Internetzensur ohne großen Nutzen

Es wurde weiträumig darüber Diskutiert was die geplanten Kinderporno-Sperren des Bundesfamilienministeriums nutzen.
Es werden löchrige Argumente genutzt welche sich auf falsche Zahlen stützt und dabei wird Argumentiert für Schutzmaßnahmen welche schlicht nur für den User Doof nutze sind.

Was Nutzen diese Kinderporno-Sperren wenn man, als halbwegs versierter Internetuser, diese einfach umgehen kann?
Wer garantiert den Betreibern von Webseiten, dass diese von der Sperrliste genommen werden wenn die entsprechenden Inhalte entfernt wurden?
Und wer prüft ob die „angeklagten“ Webseiten überhaupt Kinderpornografischen Inhalt enthalten?

Diese Fragestellungen könnte man beliebig erweitern, egal wie man es dreht und wendet sind diese Internetsperren vielleicht nur ein Argument dafür um ein Zensurinstrument im Internet aufbauen zu können. Hierfür gibt es schon mehrere Indizien, so sind verschiedene andere Stellen schon für solche Sperren um die eigenen Interessen damit durchsetzen zu können.

Spinnen wir doch mal den Gedanken weiter und spielen mal Verschwörungstheoretiker.
Die Musikindustrie setzt durch das bestimmte Webseiten welche Musik illegal anbieten auf unsere Sperrliste gesetzt wird. Danach kommt die Filmindustrie und setzt das sperren von P2P Netzwerken durch da ja „nur“ illegales Material getauscht wird. Danach werden noch Rechtsradikale Webseiten gesperrt, und nicht zu vergessen die bösen Satire Webseiten welche ja auch dem ein oder anderen ein Dorn im Auge sind.

Dann fehlt nur noch ein Gesetzt welches es verbietet, und damit unter Strafe stellt, diese Internetsperren zu umgehen und fertig ist die befürchtete Internetzensur.

Wenn man sich zu diesem Thema durch die Internetseiten liest findet man dazu so einiges, bis hin zu der Theorie das damit sogar ein anderes Land, welches für Internetzensur bekannt ist, nachgeahmt werden soll.

Es spricht nicht dagegen endlich massiv gegen Kinderpornografie vorzugehen, im Gegenteil, und alles dafür zu tun um gerade diese Szene auszutrocknen.

Warum nutzt man nicht die vorhandenen Gesetzte und geht gegen die Beitreiber solcher Webseiten, Tauschbörsen etc. vor anstelle den einfachen Weg zu gehen und eine simple Sperre davor zu setzen?

Es währe für unsere Behörden und das BKA doch eigentlich kein Problem direkt die Webseiten/Server abzuschalten und gegen die Betreiber vorzugehen. Anstelle dessen scheint es so als will man den einfachsten Weg gehen welcher nach dem Motto „Aus dem Auge aus dem Sinn“ lautet und die Webseiten/Server frönen weiter ihrem Dasein ohne das etwas dagegen unternommen wird.

Bitte nutzt doch eure zur Verfügung stehenden Mittel und sorgt gleich dafür diese Betreiber dingfest zu machen und diese ekelhaften Ecken des Internets schlicht zu schleißen, anstelle zu helfen ein wohlmöglich wenig ausrichtende Zensurplattform aufzubauen.

Allen die sich noch etwas mit dem Thema beschäftigen wollen lege ich die Folgenden Links vom Chaos Computer Club, ODEM.blog mit interessanten Zahlen sowie dem Bericht der c’t 9/09 zur Verschleierungstaktik ans Herz.

PS: Den Link zur Petition gegen diese Sperren will ich natürlich nicht vorenthalten.

Die Petition „Internet – Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten“
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860

Der Gesetzentwurf zu den Internetsperren
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/128/1612850.pdf

Chaos Computer Club:
Von Laien zensiert: Deine Stimme gegen Internetzensur!
http://www.ccc.de/updates/2009/aufruf-petition?language=de
mit einigen weiteren Links zu diesem Thema.

Eine Spekulation, woher „Zensursula von den Laien“ falsche Zahlen bekommen hat
http://blog.odem.org/2009/05/incompetence-not-in-danger.html

c’t 9/09
Verschleierungstaktik
http://www.heise.de/ct/Die-Argumente-fuer-Kinderporno-Sperren-laufen-ins-Leere–/artikel/135867

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